20.01.2008

La jeunesse en colère

Article en Allemand
Publié dans le journal "Mainpost" le 17 novembre 2005

18 novembre
Die Wut der Jugend - Article Main Post du 17/11/05 - Daily X
Die Wut der Jugend

Gefühle einer Französin zu den Krawallen in ihrer Heimat

...................................................................................

Von daily-X-Autorin

FLORENCE RECOURSE

...................................................................................

Ich heiße Florence Recourse, komme

aus Rennes, Frankreich, und

bin 21 Jahre alt. Seit sechs Wochen

studiere ich Germanistik in Würzburg.

Von meinen Eltern und aus

den Medien hörte ich von den

Pariser Krawallen und der Gewalt

französischen Großstädten.

Seit fast drei Wochen werden in

den Vorstädten von Paris und anderen

französischen Großstädten, wie

Lyon und Rennes, Autos, Sportzentren

und sogar Schulen angezündet.

Die Ursache? Zwei Jugendliche

sind gestorben: Sie wurden von

einem Transformator elektrisch getötet.

Angeblich seien sie von der

Polizei verfolgt worden. Seitdem

protestieren junge Leute und provozieren

jede Nacht die Polizei. Sie zünden

Autos an, werfen mit Steinen

und schreien gewalttätige Parolen.

Die jungen Krawallmacher sind

Kinder von schwarz- und nordafrikanischen

oder nahöstlichen Einwanderern.

Da sie in Frankreich geboren

wurden, haben sie einen französischen

Pass. Trotzdem haben sie das

Gefühl, nicht zu diesem Land zu gehören.

Sie haben die Schule früh verlassen

und keine Lehrstelle gefunden.

Ihrer Meinung nach ist die Zukunft

hoffnungslos. Deshalb nutzen

sie die Gewalt, um ihre Wut auszudrücken.

In Frankreich gilt der Notstand,

ein Gesetz aus der Zeit des

algerischen Krieges (1955), um die

Lage in den Städten zu beruhigen.

Jugendliche dürfen ab 22 Uhr nicht

mehr nach draußen. Sie können sich

nicht mehr treffen oder einfach mal

ins Kino gehen.

........................

„Die Probleme der Jugend

werden durch den

Notstand nicht gelöst!“

Florence (21)

........................

Es klingt für mich seltsam, den Begriff

„Notstand“ zu hören. Die französische

Regierung glaubt, die Jugendlichen

so zu schützen. Doch

Probleme der jungen Leute werden

dadurch nicht gelöst. Das Hauptproblem

ist, dass die wütenden

Jugendlichen in den Vorstädten wie

in Gettos leben. Gedrängt wohnen

sie in heruntergekommenen Hochhäusern.

Bisher haben alle Regierungen

sie ignoriert und die wachsenden

Probleme nicht gelöst. In diesen

Vierteln wohnen nur Einwanderer.

Statt vom „Gesindel in den Vorstädten“

zu sprechen, sollte Innenminister

Nicolas Sarkozy versuchen,

mit diesen Bewohnern zu reden,

ihnen zuhören und gemeinsam

nach einer Lösung suchen. Die jungen

Einwanderer sollen sich in

Frankreich akzeptiert fühlen, weil sie

ganz einfach Franzosen sind.

Ich frage mich oft, wie Deutsche

dieses Problem betrachten. Ich höre

Radio und habe das Gefühl, dass die

Deutschen die Situation nicht verstehen.

Man kann sich die Kraft der

Gewalt ebenso wenig vorstellen wie

die Wut der Jugendlichen, die sich

im Stich gelassen fühlen. Frankreich

galt als Modell, weil dort die soziale

Gerechtigkeit existierte. Jeder Franzose

hatte bis jetzt die gleiche Chance,

ausgebildet zu werden, in die

Schule zu gehen und einen Beruf zu

finden. Heute scheint das nicht

mehr der Fall zu sein.

Bereits seit 20 Tagen herrscht die

Gewalt der Randalierer in Frankreich!

Die soziale Not der Jugendlichen

sollte ernst genommen werden.

Die französische Regierung

muss nun Mut beweisen, statt mit

Reden und Polizeimaßnahmen zu

antworten. Sonst wird Frankreichs

Selbstverständnis einer multikulturellen

Gesellschaft zerbrechen.

Première publication

L'article qui suit est ma toute première publication, dans la page courrier des lecteurs de l'humanité hebdo. J'ai eu la surprise de le voir un jour sur le web...

Concernée

Je n’ai pas pu voter - j’ai 17 ans et 7 mois - mais je me sens concernée par la vie politique française. Je ne supporte plus d’entendre dire que tous les politiques sont les mêmes, qu’ils ne penseraient qu’à leur carrière et n’écouteraient pas les aspirations des Français. Je suis écourée de la conduite de certains électeurs qui, prétextant un vote protestataire, ont fait le choix du racisme, de la xénophobie et de la manipulation politique. C’est un vote aux conséquences dangereuses, c’est un vote qui me fait peur.

Pendant la campagne, je ne supportais plus les reportages systématiques sur " la violence ", " l’insécurité ", alors que par ailleurs des jeunes, recrutés dans des emplois précaires à la mode " Mac Donald ", ont pris conscience de leur exploitation, ont osé s’organiser et lutter pour finalement obtenir un meilleur sort (lutte à la Fnac...). Les médias, qui évidemment vont arguer du droit d’information et de la liberté, n’ont-ils pas aidé Le Pen dans sa campagne, en multipliant les reportages sur les actes de violence tout en négligeant certains mouvements ou conflits sociaux ?

Enfin, je ne supportais plus les sondages qui se focalisaient sur le second tour, masquant les réels enjeux de la campagne et empêchant un débat contradictoire, animé et vif entre les candidats. Cela a sûrement poussé les abstentionnistes à négliger le premier tour. Enfants gâtés qui ont trop vite oublié ce que constitue le droit de vote, ils s’en mordent peut-être les doigts aujourd’hui. Mais c’est trop tard, les Français inquiets pour leur avenir doivent désormais faire le choix du moindre mal.

La moustache

La moustache
Petit, brun, charismatique, orateur, phrases choc, envie de diriger. Espérons qu'il y ait plus de différences entre Hitler et Sakorzy qu'une simple moustache.